Gemeinsam Hoffen

Frühjahr 2020.

Vielleicht erscheint es Ihnen anmaßend – in Zeiten, in denen noch viele Länder mitten im Ereignis „Corona-Virus“ sind,  Gesundheitssysteme, vor allem in ärmeren Ländern überfordert, Todeszahlen außerhalb Europas immer noch hoch sind – sich Hoffnungen zu machen und diese auch zu Papier zu bringen? Für mich war es befreiend und erlösend, als ich mich an einem Wochenende im März 2020 hingesetzt und diese Hoffnungen an eine Zukunft formuliert habe.

Und es waren damals fordernde Tage: Als ich diesen Text begonnen habe, sind täglich hunderte Menschen alleine in meinem geliebten Nachbarland Italien an den Folgen von Covid19 gestorben.

Es war kaum auszuhalten. Umso erleichterter sind nun alle über geplante Grenzöffnungen und ein bisschen Normalität.

Erste Erkenntnisse zeigen uns schon jetzt, dass jene Gesellschaften besser mit dem Virus umgehen können, die über eine gute, gesellschaftlich zugängliche Gesundheitsversorgung verfügen.

Dass Länder, in denen gezielte mediale Aufklärung und transparente Information geleistet wird, eher damit rechnen können, dass ihre BewohnerInnen den Einschränkungen des Alltags auch folgen. Dass Städte, die Testungen zu Hause durchgeführt haben, sehr viel besser dastehen als Orte, an denen die Infektion gleich ins Spital getragen wurde.

Wir sehen aber auch, dass manche Nationen ihre Strategien plötzlich ändern – so wie in Großbritannien geschehen, nicht zuletzt auch, weil deren Premierminister an Covid-19 erkrankt ist. Wir erleben aber auch Gemeingefährdung durch Leugnung der Fakten – egal ob in den USA oder in Brasilien.

Wir erleben, dass Gemeinschaft plötzlich mehr umfasst, als nur die unmittelbare Familie. Nachbarschaften werden plötzlich von Leben erfüllt, generationenübergreifende Solidarität treibt ihre schönsten Blüten und während Sie die letzten 30 Minuten vielleicht diesen Text gelesen haben, wurden weltweit rund 4 000 Babys geboren – allein für diese Geschöpfe lohnt es, die Welt besser zu machen.

Diese Aufgabe kann kein Einzelner, keine Europäerin, kein Asiate, kein Amerikaner und keine Afrikanerin alleine lösen.

Hier müssen wir gemeinsam, solidarisch, achtsam und voneinander lernend agieren.

Ich hoffe darauf. Und darf Sie bitten, gemeinsam mit mir, und vielen anderen, diese Hoffnung mit Leben zu erfüllen.

Wann, wenn nicht jetzt!